Ist ein Waldkindergarten in Grasbrunn umsetzbar?

Waldkindergarten

Der Gemeinderat sprach sich nach Antrag der SPD-Fraktion im Juli 2022 einstimmig für die Prüfung eines Waldkindergarten in der Gemeinde Grasbrunn aus. Die Verwaltung prüfte daraufhin die Voraussetzungen, die für eine solche Einrichtung gegeben sein müssen und ob bei den Eltern in der Gemeinde Interesse besteht.

 

Gewonnene Erkenntnisse nach eingehender Recherche

 

Ein Waldkindergarten ist in mancher Hinsicht weniger „komfortabel“

  • Im Waldkindergarten gibt es keine Sanitärräume, stattdessen nutzen Kinder und Erzieher:innen eine Komposttoilette.
  • Meist werden nur verringerte Öffnungszeiten von 7.45 bis 15 Uhr oder von 8 bis 14.30 Uhr angeboten
  • Gegebenenfalls ist die Mithilfe der Eltern notwendig, z.B. wenn der Bauwagen über keinen direkten Wasseranschluss verfügt. Dann muss Wasser zum Händewaschen angeliefert werden oder das Mittagsessen in Thermobehältern.

 

Dem Gegenüber stehen aber auch viele Vorteile eines Waldkindergarten

  • Natur pur mit allen Sinnen
  • viel Platz und tägliches „Waldbaden“
  • kein Stress durch Lärm (Waldboden und andere Pflanzen schlucken den Schall)
  • immer neue Abwechslung, kein Tag ist wie der andere
  • fantasievolles Freispiel
  • plastikfreies Spielen
  • Motorik, Wahrnehmungsfähigkeit und Gefahreneinschätzung werden besser geschult
  • die Kinder leben mit den Jahreszeiten
  • tägliches (Er-)Leben auf Wald und Wiesen bringt eine stabile Gesundheit mit sich
  • die Erziehung ist umweltsensibler

 

Die im Juli 2022 durchgeführte Interessensumfrage bei den Eltern zeigte, dass eine Nachfrage durchaus vorhanden ist.

30 Eltern antworteten mit „ja, ich würde mein Kind in einen Waldkindergarten geben“. 49 Eltern antworteten mit „nein“. Auch wenn die Umfrage aufgrund der unvollständigen Beteiligung nicht repräsentativ ist, so zeigt sie doch, dass es in der Elternschaft sehr geteilte Meinungen gibt.

Ist ein Waldkindergarten baurechtlich zulässig?
Die Nutzung der Natur als „Raum“ für einen Waldkindergarten ist baurechtlich nicht genehmigungspflichtig. Die Nutzung eines Bauwagens als Materiallager und kurzzeitige Unterstellmöglichkeit bei Regen bedarf jedoch einer Baugenehmigung.

 

In Betracht gezogen werden nach Diskussion im Gemeinderat nun folgende Flächen:

  1. Neukeferloh, amHaflstrassl, Flächeauf ehemaligem Brunnengrundstück
  2. Neukeferloh, amSchwabener Weg (Verbindungswegzum Sportpark,Aufforstung mitLichtungen)
  3. Neukeferloh, an derLeonhard-Stadler-Str. neben Bolzplatz/Wertstoffhof
  4. Harthausen,integriert in das Kinderhaus mit anzupachtenden Flächen

 

Vorrangig handelt es sich bei den Standorten um gemeindliche Waldflächen, die ein nicht so dicht bewachsenes „Streifgebiet“, einen sicheren Aufstellort für den Bauwagen und ein gemeindliches Gebäude in der Nähe aufweisen. Die Mitglieder des Gemeinderats beraten nun in einer ihrer nächsten Sitzungen über die priorisierten Möglichkeiten und einigen sich auf eine Standortfläche, die im nächsten Schritt auf Herz und Nieren mit Vertretern des AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) auf ihre Nutzungseignung untersucht wird. Bei gemeindeeigenen Flächen kann unmittelbar im Anschluss ein Bauantrag vorbereitet werden, soweit Trägerschaft und Konzept feststehen. Bei Standorten, für die eine Pacht erforderlich wird, sind weiterführende Gespräche mit den Eigentümern zu vereinbaren.

 

 

2. November 2022

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